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 Betreff des Beitrags: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:24 
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1.Tag

Durch ein Special der Billigfluggesellschaft HLX oder Happag Lloyd Express im Internet, entstand die Idee, unseren einwöchigen Sommerurlaub in Rom zu verbringen. Fünf Wochen vor Abreise buchten wir die Flüge für 1 Ct./Person und Strecke. Hinzu kamen 37,96 Euro Steuern / Gebühren pro Person, sodass der Flug für mich beide 40 Euro kostete.Mit mir kam ein Studienkollege.
6:15 Uhr fuhren wir in Jesenice los und erreichten Klagenfurt über die Montagmorgens erstaunlich leereA2 in genau zwei Stunden. Vorab habe ich mich informiert, wo wir das Auto parken können, da 52 Euro (5 Tage) für einen Parkplatz direkt am Flughafen ein wenig teuer ist. Unsere Wahl fiel auf Langenhagen Mitte, wo wir in einer Seitenstraße mit Mietshochhäusern etwas passendes fanden, von wo aus wir 2 Minuten zur S-Bahnstation liefen. 1,90 Euro kostete der Fahrausweis pro Person und Strecke, und nach zwei Stationen bzw. sechs Minuten Fahrzeit, erreichten wir Terminal C, von wo HLX startet. Dort war der Check-In am leeren Schalter schnell erledigt, wir um 8:30 Uhr bereits unseren Koffer los und im Besitz der Bordkarten (richtige Bordkarten, entgegen der wieder verwertbaren beim Easy Jet Flug im August 2004). Wir sahen uns den modern, aber dennoch provinziell wirkenden Flughafen an und standen auch Sicherheitskontrollen nur kurz an. Pünktlich, 30 Minuten vor Abflug begann das Borden. Gemäß Aufruf zuerst für die Besitzer der ersten 30 herausgegebenen Bordkarten.
Das schien nur informellen Charakter zu haben, denn plötzlich standen fast alle an… Superpünktlich um 10:10 Uhr verließ die Boeing das Gate, und zehn Minuten später waren wir in der Luft. Weiter über die Poebene, mittig zwischen Venedig und Verona, dann etwas östlich an Bologna und Florenz nach Rom, erreichten wir den Flughafen Ciampino in 60 Minuten Flugzeit, bedingt durch starken Rückenwind. Wir entschieden uns im Rahmen der freien Platzwahl im Flieger für die rechte Seite und hatten so beim Anflug einen unbeschreiblichen Blick auf die ewige Stadt. Die Boeing war nicht unbedingt die Neuste und hat innen schon lange keine Grundreinigung gesehen. Dafür gab es ein Positioning-System, welches auf einem Monitor die aktuelle Position anzeigt.
Der Ciampino, etwa 15 km Luftlinie südlich von Rom gelegen, ist ein alter Militärflughafen, auf dem außer Privatmaschinen lediglich Flieger von DHL, Ryanair und Easy Jet standen. Linienflieger starten vom 35 km östlich gelegenen Leonardo da Vinci, bzw. Fiumicino Flughafen. Angekommen, wurden wir mit dem Bus die 50 Meter zum Gebäude gefahren. Es brauchte 15 Minuten, bis das Gepäck kam, worauf wir uns in der Ankunftshalle um einen Bustransfer in die City bemühten. Terravision hat einen Schalter direkt in der Halle, ist mit 8 Euro One Way, bzw. 12 Euro hin und zurück teuerer als Cortal, welche gleichen Transfer für 5 Euro One Way anbietet. Aus dem Gebäude heraus sieht man schon die Busse – dort im 15 Grad Winkel nach links gehen und man läuft direkt auf den wartenden Bus von Cortal zu (Tickets werden vor dem Bus verkauft). Nach zehn Minuten Wartezeit setzte sich der Bus in Bewegung und in 35 Minuten erreichten wir Termini, den Hauptbahnhof von Rom, um 13:30 Uhr.
Gemäß unserem Stadtplan liefen wir 8 Minuten zur Via Alberto, wo sich das Carlo Alberto Haus, unsere Bed & Breakfast Pension für die nächsten 5 Tage befindet. Wir liefen die etwa 300 Meter lange Straße mehrfach auf und ab, fanden aber unsere Pension nicht. Wir fragten in umliegenden Geschäften und einem Hotel nach, aber keiner kannte unsere Unterkunft… Wir wurden nervös, zumal auf keinem der Emailausdrucke (Korrespondenz bezüglich der Buchung) eine Haus- oder Telefonnummer stand. Wir fanden wir ein Internetcafe und ich wusste die Webadresse noch auswendig, sodass wir so die Telefonnummer ausfindig machten. Beim Anruf erfuhren wir die Hausnummer (drei Häuser weiter auf der anderen Straßenseite) und Antonella, die Vermieterin, kam uns schon im Hausflur entgegen. In einem 5-stöckigen Wohnhaus ist eine große Wohnung angemietet, in welcher sich die Pension befindet. Mit einem Minifahrstuhl, in welchem man ab 120 kg und mehr, bzw. dem damit verbundenen Körperumfang, stecken bleibt oder gar nicht erst hineinkommt, fuhren wir in den 4. Stock.
Das Haus, als auch die Wohnung, sahen nicht vertrauenserweckend aus – in 2,50 Metern Höhe verlaufende Leitungen waren nichtmals verputzt. Aber dennoch war es absolut sauber! Von Mario, der sehr gut englisch sprach, erhielten wir diverse Rom Tipps und vereinbarten, die Übernachtungskosten in den nächsten Tagen zu bezahlen (sehr vertrauensseelig…). Gegen 15 Uhr begaben wir uns auf Rom-Erkundungstour. Vorbei am nahe gelegenen Park Monte Esquillio, in welchem wir die ersten eingezäunten Ausgrabungen und alte Gemäuer sahen, erreichten wir das Collosseum in 30 Minuten. Bei 13 ° Celsius entgegen 4° Celsius in Hannover am Morgen, ein Spaziergang bei angenehmen Temperaturen. Wir liefen um das Amphitheater (Baubeginn 72 n. Chr.), welches 50.000 Besuchern Platz bot und stellten am Eingang fest, dass ab 15:30 Uhr niemand mehr zur Besichtigung hereingelassen wird. 10 Minuten zu spät… Der Eintrittspreis für das Collosseum beträgt aktuell 10 Euro – mit Ausnahme bei unter 18 jährigen und über 65 jährigen, wenn diese EU-Bürger sind. Dann ist es kostenlos.
Natürlich war dort ein großer Menschenauflauf – hauptsächlich Amis und Japaner. Diese ließen sich nur zu gerne mit den sich dort befindlichen Männern fotografieren, welche einen römischen Feldherren mit ihrer Verkleidung darstellten. Lt. anderer Reiseberichte Nepp, für 10 Euro. Wir erlebten dort den Sonnenuntergang, welcher die Arena in glutrotes Licht tauchte. 16:30 Uhr liefen wir weiter zum Eingang des Palatin, welches auch schon geschlossen hatte. Über die Via Sacra, die nicht zum kostenpflichtigen und somit abgesperrten Teil gehört, liefen wir Palatin Hügel hinauf, bis zum Palazzi Imperiali. Der Weg lohnt schon wegen des Blickes auf die Ausgrabungen des Palatin. Jenes war das Wohngebiet des königlichen Roms, welches auf bis zu 1.000 v. Chr. zurückgeht. In der Kaiserzeit wurde das normale Volk aus den Siedlungen vertrieben und nur einflussreiche römische Familien hatten Zutritt. Das hatte zur Folge, dass das Gebiet architektonisch umgestaltet wurde und die Königspaläste entstanden, wovon Überreste noch heute zu bestaunen sind.
Allerdings benötigt man eine gehörige Portion Phantasie, um aus den Steinresten die ehemaligen Siedlungen zu erkennen. Vom Palazzi Imeriali liefen wir zurück zum Kollosseum und von dort über die Via dei Fori Imperiali zum Piazza Venezia. Vorbei am Forum Romanum, zur Zeit des römischen Reiches der Mittelpunkt der Welt, welches zu Beginn der Besiedlung des Palatins noch Sumpfgebiet war. Dieser wurde im 6. Jh. n. Chr. mittels eines Kanals trockengelegt und erhielt ein Jahrhundert später die erste Bepflasterung. Dort sind die Überreste der Tempel der Vesta, welcher zu Ehren von Kaiser Titus errichtet wurde, weil er 70 n. Chr. Jerusalem eroberte. Ebenso das Forum des Caesar, die Basilika Julia (ehemaliges Gerichtsgebäude) und die Basilika Aemilia (Versammlungsstelle und Geschäftszentrum). Leider sind die Überreste deshalb so spärlich, da ehemalige Päpste die Steine für ihre Bauten nutzten. Von der Via die Fori Imperiali erkennt man die immer noch andauernden Ausgrabungen. Sicherlich noch eine Aufgabe von Jahrzehnten.
Die Straße mündet in einen großen Kreisverkehr, der Piazza Venezia mit dem riesigen Bau das Palazzo Venezia. Erbaut 1451 bis 1491 diente es als Papstresidenz und später als Amtssitz von Mussiloni. Heute ist es ein Museum. Der Palast war neu restauriert und wird im Dunklen schön angestrahlt. Wir liefen in nördlichen Richtung weiter über die Via die Corso. Erbaut von einem Papst im 15. Jh., ließ dieser dort Wagenrennen veranstalten. Nebenbei bemerkt, wohnte Goethe von 1786 bis 1788 dort. Heute ist es eine Flaniermeile mit vielen Geschäften der erschwinglichen Sorte. Nach 500 Metern bogen wir rechts in die Via dei Muratte, eine Fußgängerzone, welche nach 200 Metern zum Trevibrunnen führt. Man merkte deutlich, dass man einer Touristenattraktion näher kam - die Dichte der Souvenirgeschäfte erhöhte sich sprunghaft. Etwa auf der Hälfte der Via dei Muratte konnten wir der verführerischen Auslage einer Eisdiele nicht widerstehen. Mit über 40 verschiedenen Sorten sehr gut sortiert und im nachhinein das beste Eis in Rom (zu unserem Beurteilungsvermögen: Wir aßen jeden Tag in Rom mindestens ein Eis…).
Der Fontana di Trevi wurde 1751 vollendet und zeigt das Königreich des Ozeans mit dem Meeresgott Neptun in der Mitte. Da dieser bis 1991 restauriert wurde, strahlt er in neuen Glanz und wurde zudem durch Strahler gut in Szene gesetzt. Um den Brunnen war ein großer Menschenauflauf, selbst zu später Stunde um 20 Uhr im November. Nervig waren die tamilischen Rosenhändler. Wie in den Kneipen des Bochumer Bermudadreiecks. Mindestens sechs mal wurden wir während der ½ Stunde, welche wir dort weilten, angequatscht. Es nervte einfach. Natürlich trennten wir uns (ich selber schweren Herzens) von jeweils 10 Cent, welche wir mit der linken Hand über die rechte Schulter warfen, was ein Wiederkommen garantieren soll. Mal sehen, ob 10 Cent reichten oder es erst ab einem Euro klappt… Im Anschluss liefen wir noch durch diverse Straßen der sich um den Trevibrunnen befindlichen Altstadt, bis wir uns schlussendlich auf den Weg zur Pension machten, welcher eine gute ½ Stunde in Anspruch nahm. Diesmal fanden wir unsere Herberge sofort, waren um 21 Uhr dort und wollten noch etwas fern sehen. Sehen ging auch, aber keiner der 40 Sender war in deutscher oder englischer Sprache. Selbst MTV war auf Italienisch! So nahmen wir beide noch ein Buch zur Hand, bis um 23 Uhr das Licht ausging.

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Zuletzt geändert von marraca$h am Mo 1. Sep 2008, 21:31, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:24 


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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:25 
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Tag 2

Um 9 Uhr hatten wir unser nicht wirklich nahrhaftes Frühstück hinter uns gebracht und machten uns auf den Weg zum Vatikanstaat. Direkt vor unserer Pension, befindet sich der Eingang zu einer der beiden U-Bahnlinien Roms. Weitere Linien zu buddeln, hätte wohl zwangsläufig zur Folge gehabt, auf historische Gemäuer zu stoßen... Der Fahrkartenautomat hatte ein Menü in deutscher Sprache, was die alles sehr vereinfachte, sodass wir für 1 Euro von der Station Vitorio Emanuele nach Ottaviano-S. Pietro ein Ticket kauften. Am Bahnsteig kamen wir uns vor, wie man es im Fernsehen aus Tokio sieht. Eine Menschenmenge, die unmöglich in einen Zug passen kann. Zudem war der erste Zug der einfuhr schon derart voll, dass selbst unter großem Gequetschte nur 1/3 der Leute hineinpasste. Wir leider nicht. Beim zweiten Zug, der 3 Minuten später folgte, war die Situation ähnlich, nur dass wir diesmal hineinpassten. Die rechte Hand hatte ich an meiner Geldbörse in der Jeans vorne und die Linke in der Jackentasche, welche die Digitalkamera umklammerte.

Wer sich nun wundert, dass ich mich nicht festhalten brauchte, der Zug war so voll, dass das nicht nötig war. In jedem Reiseführer steht, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln Taschendiebe ihr Unwesen treiben. Auch wenn man es merkt, man kann es trotzdem kaum verhindern, da man sich nicht bewegen, bzw. reagieren kann. Selbst an der Termini - Station, dem Hauptbahnhof, wurde die U-Bahn nicht leerer, aber an der Station, wo wir die Bahn nach 10 Minuten Fahrzeit verließen, stiegen fast alle aus. Die gesamte Menschenmenge setzte sich über die Via Ottavia zum Petersplatz in Bewegung, wo jeden Mittwoch die Papst - Generalaudienz stattfindet. Auf dem Platz durch die Sicherheitskontrollen, welche auch an diesem Tag nicht sonderlich genauer waren (zumindest wurden diesmal Taschen und Rücksäcke durchleuchtet). Durch die zweite Kontrolle (Zugangskontrolle, wo wir die Eintrittskarte vom Pilgerzentrum vorzeigen mussten – nicht Sicherheitskontrolle) kamen wir beim ersten Versuch nicht, da uns ein Soldat der Schweizer Garde mitteilte, dass der vordere Bereich, wo hunderte Stühle aufgebaut waren, schon belegt sei.

Als sich der Soldat (der als Schweizer weder Deutsch noch Englisch sprach) uns den Rücken zuwendete, gab ich Susanne einen Schubs und sie war unbemerkt durch. Leider drehte er sich wieder um und ich schaffte es nicht unbemerkt. Wir überzeugten ihn dann, dass unsere Gruppe schon hinter der Kontrolle sei und wir da nun auch hin müssten. Das sah er ein und wir fanden zwei freie Stühle in der vierten Reihe nebeneinander. Eigentlich war noch einiges frei, ich schätze mal 5%. Mittlerweile schon 10 Uhr, saßen und frohren wir auf der Südseite des Petersplatzes, wo es wegen des Schattens kaum wärmer als 8 Grad Celsius war. Ein älteres Ehepaar vor uns, sie Deutsche, er Italiener, welche im Süden Italiens leben, erzählten uns, dass sie dort schon seit 7 Uhr warten würden. Wir hatten zugegeben mehr Glück als Verstand, einen solchen Platz ergattert zu haben. Geschätzte 5.000 Leute waren auf dem Platz und es herrschte eine angenehme Stimmung.

Die Meinige war etwas gedämpft, da vor uns Hardcorechristen ein Transparent hochhielten, womit sie ihre Zustimmung der Kirche bekundeten, Abtreibung und Verhütung grundsätzlich abzulehnen. Auch eine Bayernfahne (nicht die vom Fußballverein, sondern jene mit weiß / blauen Karos) mittels einer Gehhilfe hochzuhalten, fand ich unpassend. Um genau 10:30 Uhr kam der heilige Vater Papst Benedikt XVI, stehend im Papamobil bei Schrittgeschwindigkeit, vom Gang links neben dem Petersdom angefahren. Entgegen den bei Johannes Paul II gesehenen Bildern im Fernsehen, war die Stelle im Fahrzeug, wo der Papst, sitzt nicht verglast. Um Benedikt XVI herum liefen mehrere Sicherheitsleute mit Knopf im Ohr, welche auch an neuralgischen Punkten, sowie auf den Kolonnaden wachten. Die Menge jubelte und der Papst ließ sich durch die durch Absperrungen freigehaltenen Korridore in der Menschenmenge fahren und schüttelte dabei unzählige Hände. Nach zehn Minuten war die Extratour beendet.

Das Fahrzeug fuhr über die Treppen (wo in der Mitte nachträglich Beton eingelassen wurde, sodass daraus eine Auffahrt wurde) hinauf zum Eingang des Petersdom, wo ein Prunkvoller Sessel unten einem Baldachin Überdachung stand. Etwa 15 Meter zu seiner Rechten, waren quer angeordnete Sitzreihen, für die reichlich anwesenden Kardinäle und weitere Ehrengäste. Ebenso zu seiner Linken, wo kleine brasilianische Flaggen geschwenkt wurden. Ein anderer Geistlicher begrüßte, aus einer Mappe vorlesend, einen Meter neben dem Papst stehend, italienische Gästegruppen in ebensolcher Sprache. Kaum war der Name verlesen, schon gab es aus einer Ecke der Menschenmenge großen Jubel. Das war der Moment, wo Susanne es mit der Angst zu tun bekam. Schließlich hatten wir uns beim Pilgerzentrum vorher anmelden müssen, auch wenn wir nur eine Zweipersonengruppe waren. Ich bekam die Order: „Lass Dir nichts anmerken!“ Das Verlesen dauerte 15 Minuten, woran der Papst im Anschluss eine ähnlich lange Ansprache, in Verbindung mit einem kleinen Gebet hielt.

Gleiches wiederholte sich danach in der englischen Sprache. Hier wurde uns erst mal bewusst, wo die ganzen Gruppen her waren. Australien, etwa 15 Bundesstaaten der USA, Philippinen, Südafrika, Brasilien, Chile,...... Danach ebenfalls Ansprache und Gebet in Englisch und schlussendlich das Ganze in deutscher Sprache. Hörte sich schon komisch an, ein bayrisch sprechender Papst. Auch die Ansprache in Englisch war sehr stark bayrisch... Unsere Kleinstgruppe wurde aber nicht erwähnt, wahrscheinlich erst ab 50 Teilnehmern. Verlesen, bzw. begrüßt wurden die Gruppen jeweils durch einen Muttersprachler. Fast 90% der Teilnehmer deutschen waren aus Bayern und der Jubel entsprechend groß. Nach einer Stunde war die Audienz abgeschlossen und die Kardinäle empfingen die hl. Kommunion vom Papst. Danach kamen die Ehrengäste und daraufhin die Rollstuhlfahrer einzeln dran. Dieses dauerte noch mal 30 Minuten, während die meisten der 5.000 Teilnehmer den Petersplatz verließen.


Dieses nutzen wir, um in die erste Reihe vorzukommen, denn durch die meiner Meinung nach unverständlichen Aufbruchsstimmung, saß eh niemand mehr. So standen wir direkt hinter der Absperrung und der Papst fuhr mit seinem Papamobil die Treppen herunter, bog links ab und genau auf uns zu. Wie viele andere, streckten auch wir unsere Hände aus, da Benedikt XVI sehr langsam an der Menge vorbeifuhr und viele Hände schüttelte. Wir hatten das unbeschreiblich große Glück, dass der Führer der katholischen Kirche auch unsere Hand schüttelte. Zuerst Susanne´s Rechte und direkt danach meine linke Hand. Ist zwar nur eine Handberührung, aber von einem Mann, bei dem es aufgrund seiner Position jetzt schon klar ist, dass er in die Geschichtsbücher eingeht, ein ergreifender Moment. Seine Hände waren aufgrund der Temperaturen ebenso kalt wie meine und sehr weich. Danach verließen wir den Petersplatz, gingen über die Via Leone IV und entdeckten ein Mc Donalds Schild. Aber 400 Meter wie angekündigt waren es nicht, sondern eher 1,5 km, die wir über die Via delle Giuliana zurücklegten. An der Cita Giudiziaria befindet sich das etwas andere Restaurant in Gebäudeunion mit einem Supermarkt. Wir liefen gesättigt wieder zurück zum Petersplatz und stellten uns an der 300 Meter langen Schlange an, um in den Petersdom zu gelangen. Nach 20 Minuten Wartezeit waren wir bereits drin. Der Legende nach soll Petrus an der Stelle, wo nun der Petersdom steht, gekreuzigt worden sein. 328 n. Chr. wurde die Basilika geweiht und in 120 Jahren von 1508 bis 1828 zum heutigen Petersdom erweitert.




Am Bau waren bedeutende Künstler wie Michelangelo, Bernini und Bramante beteiligt. Die mit 71 Meter Länge und 14 Meter Breite riesige Eingangshalle, wo das von Bernini geschaffene Reiterstandbild Kaiser Konstantins steht, betraten wir zuerst. Danach gingen wir zum Mittelschiff. In kurzen Worten: Einfach imposant. 212 Meter lang, 138 Meter breit und bis zu 133 Meter hoch bietet er Platz für ca. 60.000 Menschen. Gar nicht zu reden von der verschwenderischen Inneneinrichtung. Der 29 Meter hohe Papstaltar (insgesamt befinden sich 48 Altäre im Petersdom) sowohl der Mittelpunkt, als auch Blickfang der Kirche, sprengte alles bisher in Kirchen gesehene. Reichlich mit Gold verziert und mit vier kunstvoll geschnitzten Holzpfeilern, welche den Baldachin halten. Darunter soll Petrus begraben sein. Direkt daneben bestaunten wir die Statue des sitzenden Petrus, dessen durch das Anfassen bereits blanken Fuß auch wir berührten. In den Seitenschiffen des Doms schienen regelrechte Nebenkirchen zu existieren. Zumindest war die Anzahl der Bänke einer kleinen Dorfkirche ebenbürtig.


Im Petersdom herrschte aufgrund der Menschenmenge, nicht unbedingt eine andächtige Stimmung. Es war nicht laut , trotz der vielen Führungen in den unterschiedlichsten Sprachen, aber mit Besinnlichkeit hatte das nichts zu tun. Ein stark frequentierter Touristenmagnet halt. Nach einer Stunde Besichtigung liefen wir zurück zur Eingangshalle, von wo aus rechts ein Weg sowohl zu den Vatikanischen Grotten, als auch zum Aufgang, bzw. Aufzug zum Aussichtspunkt auf der Kuppel des Petersdoms führt. Wir entschieden uns zuerst für die Kuppel, da es bereits 15 Uhr war und es im November nicht ewig hell ist. Es besteht die Möglichkeit, die 537 Stufen für 4 Euro Eintritt ganz zu laufen oder einen Teil mit dem Aufzug zu fahren und so auf 330 Stufen zu verkürzen (7 Euro). Da wir zwei Tage zuvor eh schon Geld in den Trevibrunnen weggeworfen hatten, kam es auf die 3 Euro auch nicht mehr an. Also zuerst per Aufzug in geschätzte 50 Meter Höhe, wo wir zu einer Kuppel gelangten, welche wir unten in der Kirche stehend, aufgrund der Höhe schon bestaunten.


Nun standen wir oben auf einer Art umkreisenden, begehbaren Außenring und sahen die Bänke, Statuen und Besucher aus 50 Metern Höhe. Weiter ging es zum höchsten Punkt des Petersdoms. Über eine schmale und steile Treppe (für stark übergewichtige absolut ungeeignet), erreichten wir die 130 Meter hohe Aussichtsplattform. Wie auf fast allen hohen Gebäuden, war die Aussicht klasse. Die Häuser unten wirkten klein und das zugebaute Chaos Roms wurde ersichtlich. Besonders interessant fand ich den Blick über den Vatikanstaat. Penibel gepflegte Gärten, einige Gebäude und besonders auffallen, die riesigen Antennen von Radio Vatikan. Ebenfalls imposant wirkten die großen zusammenhängenden Gebäudekomplexe des Vatikanischen Museums und der päpstlichen Wohnräume . Absolut lohnenswert der Besuch – wo sonst sieht man das Gebiet eines ganzen Staates von einem Punkt aus? Nach 30 Minuten liefen wir wieder herunter und entdeckten auf der Halbstation (wo der Aufzug beginnt, bzw. endet), dass man auf dem Kirchendach herumlaufen kann.


Susanne entdeckte dort ein Souvenirgeschäft in welchem es auch nichts anderes gab, als in den von den Asiaten geführten Läden auf der Via della Conciliazione. Nachdem von uns dort mit Souvenirs eindeckten und wieder ganz unten waren, gingen wir in die Vatikanischen Grotten. Dort sollen alle 165 Päpste begraben sein. Es waren auch reichlich Grabsteine vorhanden, aber großes Gedränge war vor dem von Papst Johannes Paul II. Leute knieten davor und sprachen Gebete. Auch lagen Fotos mit im Krankenhausbett liegenden Personen auf dem Grabstein. Durch die Grotte, von welchem für den gemeinen Besucher nicht zugängliche Gänge abzweigen (der eigentlich interessante Teil), waren wir in zehn Minuten und kamen auf dem Petersplatz aus. Mittlerweile war es schon 17 Uhr und dunkel. Langsam machten wir uns zu Fuß auf den Heimweg und entdeckten unterwegs eher Zufällig eine Australische Kneipe / Restaurant mit dem Namen Bulldog. Dort gab es für 6,90 Euro ein reichliches all you can eat Buffet. Dabei noch ein kleines Pint Fosters Bier und der Abend war gerettet.


Nahezu selbigen Weg wie am Vorabend, liefen wir zur Pension, wo wir durchgefroren (Tagestemperatur nur 10 Grad Celsius) und abgekämpft wegen der vielen zu Fuß zurückgelegten Kilometer gegen 20 Uhr ankamen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:27 
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Tag 3

Auch diesen Tag fuhren wir als erstes mit der U-Bahn von der Station Vitorio Emanuele zum Hauptbahnhof Termini. Entgegen den Vortagen war die Bahn kaum von Passagieren frequentiert. Um so besser dachten wir. Von Termini aus sollte es mit dem Bus weitergehen. Dort standen wir auch 30 Minuten mit anderen Fahrgästen, als ein Angestellter der Verkehrsbetriebe uns darüber informierte, dass an diesem Tag die Bus- und Straßenbahnfahrer streiken. Nun war uns auch klar, warum die U-Bahn so leer war. Da die Catacombe di San Sebastiano (Katakomben von Rom) etwas südwestlich außerhalb der Stadt sind und es zu weit zum Laufen wäre, änderten wir unseren Plan spontan und liefen über den Platz der Republik in Richtung Villa Borghese. Das erwartete Verkehrschaos, resultierend aus dem Streik beobachteten wir allerdings nicht. Entlang der Piazza Barberini liefen wir die Via Vittorio Vento entlang, wo ich einen Lamborghini Händler entdeckte. Die Tür zum Verkaufsraum war natürlich verschlossen.

Zwei Asiaten klingelten, was für uns der Anlass war, auch hinein zu gehen. Zwei Lamborghini Gallardo SE waren dort ausgestellt. Die Via Vittorio Vento weiter, kamen wir am Hard Rock Cafe Rom vorbei, wo ich mich mit dem obligatorischen T-Shirt eindeckte. 11:40 Uhr war das Restaurant allerdings noch nicht geöffnet. So liefen wir die Straße weiter in Richtung Villa Borghese, wo sich die 5-Sterne Hotel aneinander reihten, bis zum riesigen Anwesen der amerikanischen Botschaft in Rom, welches über einen ganzen Häuserblock geht. Der Bürgersteig herum war durch Wellenbrecher, so wie sie bei Rockkonzerten eingesetzt werden, abgesperrt. Zudem standen Carabinieri mit Maschinenpistolen davor. Das kommt davon, wenn man sich überall in der Welt einmischt. Dann ist man so beliebt wie Fußpilz und muss sich schützen. Wir kehrten um und aßen um 12 Uhr im gerade geöffneten Hard Rock Cafe zu Mittag. Eine Stunde später liefen wir wieder an der amerikanischen Botschaft vorbei, wo mir ein Orangenbaum der Früchte trug in Erinnerung geblieben ist (und das mitten in der Stadt) bis zur Porta Pinciana.

Dort sind die intakten Reste der alten Stadtmauer zu sehen, um dessen Tore sich der Verkehr schlängelt. Auf der anderen Seite der Strasse beginnt die Villa Borghese, Roms größter öffentlicher Park, im 17. Jh. im Auftrag von Kardinal Scipione Borghese angelegt. Als bald wir den Park betraten, ließen wir den Verkehrslärm und die Hektik der Stadt hinter uns. Eine wirkliche Oase der Ruhe. Entlang eines breiten Weges, gesäumt von Pinien, liefen wir zum Museo Borghese, bzw. der darin beheimateten Galeria Borghese. Untergebracht im ehemaligen und restauriert wirkenden Lustschloss des Kardinals, befindet sich eine Kunstausstellung, dessen Besuch wir uns allerdings schenkten. Wir spazierten weiter, vorbei an einem penibel gepflegten Garten mit Rosen und allerlei Südfrüchten, wie z. B. Zitronen-, Orangen-, und Mangobäumen, welche selbst im November noch an den Bäumen hingen. Den sich ebenfalls im Park befindlichen Zoo, ließen wir auch unbeachtet und kamen an einer Galopprennbahn vorbei.

Nass waren wir eigentlich schon als wir den Park verließen, aber plötzlich wurde uns an fast jeder Ecke kleine Regenschirme von Tamilen angeboten. Man konnte kaum einen Schritt machen, ohne das uns einer von denen einen Knirps unter die Nase hielt. Lästig wie die Scheißhausfliegen! Völlig durchnässt waren wir um 16 Uhr in unserer Pension und trockneten uns und die Kleidung erstmal. Währenddessen ging draußen ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner nieder. Fast zwei Stunden später schien sich die Welt beruhigt zu haben und wir liefen zum Bahnhof Termini, da noch die Frage des Rückweges zum Flughafen ungeklärt war. Diesmal hatten wir aber mehr Glück und entdeckten neben der Information der italienischen Bahngesellschaft ein Reisebüro, welches Tickets von Societa Italiana Transporti (sitbusshuttle.com) verkauft, als auch genaue Informationen über die Abfahrtszeiten hat. Müssen wir wohl am Vortag übersehen haben. Zudem ist der Fahrpreis mit 6 Euro 2 Euro preiswerter, als bei Terravision, scheinbar der Marktführer im Bustransfergeschäft bei den Billigfliegern, dessen Tickets man auf den Seiten schon im Internet kaufen kann.

Somit hatten wir eine Sorge weniger und gingen nun zum angenehmen Teil über. Unter dem Bahnhof befindet sich ein großes Einkaufszentrum, welches wir am Vortag auch übersehen hatten, mit Modegeschäften a la Mango und Co, welches ausgiebig inspiziert werden musste. Zur Ehrenrettung von Susanne sei angemerkt, dass ich es war, der dort am meisten Geld ausgab. Ich fand einen guten Anzug… Gegen 20 Uhr suchten wir uns ein Ristorante für unser Abschiedsessen. Wir fanden auch schnell etwas nettes, ich bekam mein Essen zügig, Susanne aber leider nicht. Ihrer Bitte, schon mal zu beginnen, kam ich dummerweise nach, was zur Folge hatte, dass ich schon ½ fertig war, Susanne aber immer noch kein Essen vor sich hatte. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass die bestellte Käseplatte aus sei. Klasse – sagt aber nichts, damit ihm der Umsatz meines Essens nicht verloren geht. Er reichte erneut die Karte, welche Susanne verständlicherweise nicht mehr wollte. Der Keller sagte uns dann, er würde zu sehen, dass sie doch noch ihr bestelltes Essen bekommen würde.


Von da an wurde er nie wieder gesehen. Fünf Minuten später wendete ich mich ziemlich lautstark (damit auch die anderen Gäste erfahren, worum es geht) an die vermeidliche Besitzerin, die sich aber auch schnell dünne machte, bis sie plötzlich die Rechnung brachte. Daraufhin verließen wir das Lokal auf der Via Carvour, ziemlich nahe dem Bahnhof, mit weißem Vordach, dessen Name ich leider nicht mehr weiß. Wir machten uns auf der Suche nach einem anderen Lokal, in dem auch Susanne ihre Käseplatte und somit ihr Abendessen erhält. Zu vorgerückter Stunde, nach 21 Uhr war es bereits, gar nicht so einfach. Wir liefen die Bahnhofsgegend, bis zu unserem Hotel ab und fanden schließlich eine Art Bistro, in welchem Käse in der Auslage vorhanden war. Nach etwas sprachlichen Schwierigkeiten, konnten wir verständlich machen, was wir wollten. Laut Susanne war das essen vorzüglich, nur das Ambiente war etwas gefährlich. Einige Herrschaften dort waren volltrunken und zwei Tische weiter wurde ganz offen mit harten Drogen gedealt. Aber alles halb so wild, wir wurden unbehelligt gelassen, liefen im Anschluss direkt zur Pension und packten dort noch die Koffer. Denn am nächsten Tag ging es bereits wieder nach Hause.

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:31 
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Tag 4

Am letzten Tag des Rom Kurzurlaub verließen wir die Pension um 8:45 Uhr und liefen 15 Minuten zum Hauptbahnhof Termini. Unterwegs blieb ich an einer großen Kreuzung zurück, da Susanne noch mal kurz zu den Marktständen der Via Principe Amedeo wollte. Diese waren zu jener frühen Uhrzeit noch im Aufbau. Durch den Bahnhof liefen wir zur Rückseite des Vorgenannten zur Via Marsala, wo diverse Reisebusse unterschiedlicher Firmen zum Flughafentransfer stehen. Wie wir uns am Vortag informiert hatten, war die Abfahrtszeit mit der Societa Italiana Transporti (sitbusshuttle.com) auf 9:30 Uhr terminiert. Beim Fahrer kauften wir zwei Tickets für jeweils 6 Euro und da wir noch 30 Minuten Zeit hatten, nutzte Susanne jene, um im Bahnhof letzte Einkäufe zu erledigen. Ich selber bleib mit dem Handgepäck beim Bus. Auf Hinweis des Busfahrers, achtete ich besonders auf das Handgepäck, da die in der Nähe herumlungernde Frauengruppe Zigeuner waren, welche es aufs Gepäck abgesehen haben. Pünktlich um 9:30 Uhr fuhr der Bus, nur mit uns beiden und einem weitern Pärchen, von Termini zum Flughafen Ciampino.

Entgegen dem Hinweg, diesmal nicht den direkten Weg, sondern über den Autobahnring, sodass die Fahrzeit eine Stunde betrug. Im Flughafengebäude, war nur ein HLX Schalter geöffnet, weshalb die Schlange davor lang war. Nach zehn Minuten Wartezeit öffnete ein Zweiter, sodass wir nach 15 Minuten den Koffer los waren. Wir schlenderten durch die Abflughalle und an einem Zeitungsladen, wollte ich die spanischen Fortuna Zigaretten kaufen. Mit 3,40 Euro recht preiswert, weshalb ich gleich zwei Stangen orderte. Leider wurde nur Barzahlung akzeptiert, weshalb ich schlussendlich nur eine nahm. Die Sicherheitskontrollen brachten wir nach fünf Minuten anstellen hinter uns und hatten 40 Minuten Zeit, bis zum Borden. Die Wartehalle hat die Bezeichnung Halle eigentlich nicht verdient. Gebaut in einer Leichtbauweise, wie das ehemalige Provisorium des Flugsteiges C, am Düsseldorfer Flughafen nach dem Brand. Zudem waren keine 100 Sitzplätze vorhanden, sodass aufgrund von wartenden Passagieren von drei anderen Flügen, die meisten Passagiere stehen mussten oder wie wir auf dem Boden saßen.

Um 11:45 Uhr, 30 Minuten vor unserem planmäßigen Start, sahen wir unser Flugzeug landen und 10 Minuten später fuhren wir mit dem Bus zur Boeing 737-500 mit der Reg.-Nr. D-AHLN (für die Experten) und enterten jene über die vordere Gangway. Glücklicherweise gingen die meisten Paxe in der Maschine nach hinten durch und wir hatten, wie schon auf dem Hinweg, das Glück, die unserer Meinung nach besten Plätze zu ergattern. Diese sind in Flugrichtung gesehen, rechts in der zweiten Reihe die Plätze 3 D, E und F. In der Reihe davor befinden sich nur zwei Sitze nebeneinander, sodass durch den fehlenden Sitz in der Reihe davor, genug Platz zum Ausstecken der Beine ist. Zudem kann der Raum nicht wie am Notausgang, durch die Servier- oder Verkaufstrolleys der Flugbegleiter zugestellt werden. Beim Sicherheitsballett der Flugbegleiter passierte ein witziger Zwischenfall. Es wurde die Funktion des Sicherheitsgurtes erklärt , wobei die Schwimmweste anschaulich gezeigt wurde. Die Stewardess, welche den Text sprach, konnte die andere nicht sehen, da der Telefonhörer für die Durchsage „um die Ecke“ ist.

Natürlich fiel das auch den beiden Hauptakteuren auf, wodurch sich jene vor Lachen kaum noch halten konnten. Von den 108 möglichen Plätzen, waren wie auch schon auf dem Hinweg 2/3 belegt. Pünktlich um 12:15 Uhr verließen wir die Parkposition, fuhren zur Startbahn, ließen ein landendes Flugzeug den Vorrang und los ging es. Wir starteten nach Süden und auf etwa 1.500 Meter drehten wir nach West. Stellenweise waren tief hängende Wolken vorhanden, aber eine zusammenhängende Wolkendecke war erst ab 8.000 Metern, sodass wir den Boden gut sehen konnten. Nachdem wir die 40 km entfernte Mittelmeerküste erreichten, bei welcher deutlich die Schaumkronen des aufgewühlten Meeres erkennbar waren, drehten wir nach Nord ab. Rechts sitzend, erkannten waren deutlich die schneebedeckten, bis zu 2.200 Meter hohen Berge Umbriens und flogen nach Nordwest über den italienischen Stiefel weiter. Dann durchbrachten wir die obere Wolkendecke und vom Boden war nichts mehr zu sehen.

Eine kleine Kursänderung flogen wir weiter übers schneebedeckte Bayern und Franken über Bamberg, dann Thüringer Wald, wonach weiter nördlich kein Schnee mehr lag. Weiter an Ehrfurt vorbei, über das Eichsfeld zum schneebedeckten Harz. Dort drehten wir westlich ab, um nach Kursänderung gen Norden den Flughafen Klagenfurt in Langenhagen pünktlich zu erreichen. Über den Fluggaststeig erreichten wir das Gebäude, warteten 15 Minuten auf unseren Koffer und liefen zur S-Bahnstation, dessen Bahn bereits dort stand. Während wir am Automat unsere Fahrkarten für 1,90 Euro pro Person kauften, setzte sich der Zug ohne uns in Bewegung.

Klasse – schon auf dem Hinweg fuhr uns bereits der Zug vor der Nase weg. Da der Nächste erst in 30 Minuten fuhr, liefen wir in die Abflughalle, wo ein kleines Kinderfest zu dem Thema Weihnachten mit Verkaufsständen war. Beim nächsten Versuch erreichten wir den Zug, wobei wir sahen, dass einer anderen Passagierin das Gleiche wie uns zuvor passierte. Nach sechs Minuten erreichten wir die Langenhagen – Mitte und liefen zum Auto. Zuvor nutzten wir kurz die Gelegenheit, im Plus – Supermarkt, direkt an der S-Bahnstation, Brot zu kaufen. Somit war das Abendessen gesichert. Fünf Minuten später erreichten wir unser unversehrtes Auto. Über die A2 ging es nach Hause, wobei uns die Meldung über das Schneechaos in Öster. in den Nachrichten beunruhigte. Bis zu den Höhenzügen des Teutoburger Waldes, lag nämlich gar kein Schnee. Aber je näher wir dem Ruhrgebiet kamen, umso mehr wurde es. Aber nichtsdestotrotz, erreichten wir Herne nach zwei Stunden Fahrzeit.

Somit ging unser Kurzurlaub zu Ende, wobei wir nicht zum letzten mal in Rom waren. Nach drei Tagen hatten wir bereits die für uns interessanten Orte besucht. Die positive Seite Roms ist ganz klar der Vatikan, welcher uns am besten gefallen hat. Aber auch die unzähligen anderen alten Gebäude waren ihren Besuch wert. Das vielfach beschriebene Verkehrschaos, mit den sich kreuz und quer durch den Verkehr schlängelnden Motorrollern muss man gesehen haben. Schlusssatz: Rom – wir kommen wieder!

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:33 
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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:36 
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CapareZZa hat geschrieben:
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uno momento. bin sie gerade am uppen.
ach ja die Reise war im Jahre 2007

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:42 
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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:43 
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Sehr schöner Bericht. Danke Marra

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:45 
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yoh is cool. kein ding. den Bericht hat der Kumpel geschrieben. War echt ne coole Zeit

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagenfurt - Rom (Reisebericht)
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2008, 21:48 
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